Nationale Projekte des Städtebaus

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Wangen
Baumwollspinnerei

Die 1863 gegründete Erlangen-Bamberg Baumwollspinnerei (ERBA Wangen) bildete mit Fabrik- und Wohngebäuden und eigener Infrastruktur bis zum Konkurs 1992 eine „Stadt in der Stadt“. Die Herausforderung der Entwicklung des Areals ging die Stadt ab 2015 im Rahmen der für 2024 geplanten Gartenschau an.

Ein Dorf aus der Vogelperspektive fotografiert. Angrenzend sind Felder und Wiesen.

Besonderheiten

  • Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit
  • Bürgerwettbewerb mit Jugendlichen
  • Breites Spektrum privater Bauherren auf dem Areal

Ausgangssituation

1863 wurde in Wangen außerhalb der Stadt am neu angelegten Argen-Kanal die Baumwollspinnerei gegründet. Nach dem Konkurs 1992 fiel ein Großteil der teils unter Denkmalschutz stehenden Gebäude leer und der bauliche Zustand verschlechterte sich zusehends. 2009 erwarb die Stadt Wangen das 9 Hektar große Areal, sanierte das Wasserkraftwerk und vermietete einzelne Gebäude zunächst weiter. Ein Jahr später erhielt sie den Zuschlag für die Landesgartenschau 2024 und begann unter Beteiligung der Öffentlichkeit mit der Erarbeitung des Rahmenplans für ein großes Gebiet entlang der Oberen Argen von der Innenstadt bis zur Baumwollspinnerei, der im Jahr 2014 beschlossen wurde. In der Folge wurde damit begonnen, die Planungen zu konkretisieren und geeignete Partner für die anspruchsvolle weitere Entwicklung des ERBA-Geländes zu gewinnen.

Projektziel

Langfristiges Ziel der Stadt Wangen ist es, das Gelände der ERBA zu einem lebendigen und mit den benachbarten Wohngebieten vernetzten Quartier zu entwickeln. Die Revitalisierung soll sowohl das industriekulturelle Erbe erhalten als auch Nutzungsvielfalt und qualitätsvolle Begegnungsorte schaffen. Die drei Nationalen Projekte des Städtebaus in Wangen fügen sich in dieses übergeordnete Ziel ein und unterstützen an unterschiedlichen Orten den Erhalt der städtebaulichen Struktur der Baumwollspinnerei.

Beteiligte Akteure

  • Stadt Wangen im Allgäu: Antragstellerin, Zuwendungsempfängerin, Projektkoordination, Planung und Umsetzung der öffentlichen Maßnahmen
  • Zivilgesellschaft: Portugiesischer und türkischer Verein im ersten Antrag mit Vereinslokal „Lindenhof" einbezogen
  • Private Investor:innen und Käufer:innen einzelner Bestandsimmobilien

Geförderte Maßnahmen

  • Projekt 1: Neue Mitte ERBA-Quartier: Sanierung eines Schornsteins, Freianlagen-/Platzgestaltung mit Sanierung des ehemaligen Comptoirgebäudes, Beteiligungsverfahren und Öffentlichkeitsarbeit
  • Projekt 2: Ein Platz für die Jugend und Begegnung der Generationen: Umnutzung und Sanierung des ehemaligen Pförtnergebäudes/Baumwolllagers, Gestaltung der Freianlage („Festwiese“), Unterführung des Hochkanals
  • Projekt 3: Alte Energien neu erlebbar machen – Wasserkraft im 21. Jahrhundert: Trafo- und Turbinengebäude, Gestaltung Turbinenplatz und Spielplatz

Zwischenergebnisse

Im Rahmen der „Nationalen Projekte des Städtebaus“ (NPS) wurden Begegnungsräume geschaffen, die den ehemaligen Industriestandort öffnen und ihm eine neue Identität geben.

Die Entwicklung der öffentlichen Flächen im ersten Projekt fungierte als Impuls und Signal an potenzielle Bauherren. Bei der Auswahl der Bauherren setzte die Stadt darauf, eine Nutzungsvielfalt (u. a. Handwerk, Wohnen, Gastronomie) auf dem Areal zu schaffen. Ideen für eine vielfältige Nutzung der Festhalle und des Festplatzes (Projekt 2) wurden im Rahmen der intensiven Öffentlichkeitsarbeit entwickelt: In dem Beteiligungsverfahren „NextGenERBA“ stellten Jugendliche Konzepte für die zukünftigen Nutzungen vor. Dazu gehören die Errichtung eines Outdoor-Trainingsgerüsts an der Festwiese, Skater-Möglichkeiten in der Halle und ein Angebot für kreatives Schreiben. Aktuelle Aufgabe der Stadt ist es, diesen Ansatz in den Betrieb zu überführen. Das nächste Projekt (Projekt 3) konzentriert sich räumlich auf das instandsetzungsbedürftige Trafo- und Turbinengebäude (Umbau zu Ausstellungsräumen) sowie auf das Anlegen eines Spielplatzes, der von der Festwiese aus durch die in Projekt 2 errichtete Unterführung des Hochkanals erreichbar sein wird. Ausstellung und Spielplatz sollen dem Thema „(Wasser-)Energie“ gewidmet sein.

Städtische Räume entwickeln

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